Was nie auf meinen Blog kommt…

Wir Kreativen sind schon reichlich verrückt oder besser, wir sind leidenschaftlich. Als ich vor neun Jahren als Demo eingestiegen bin, lagen schon etliche kreative Phasen hinter mir: Seidenmalerei, Marionettenbau, Schnitzen, Scrapbooking, Kartenkunst und und und.

Eigentlich wollte ich schon immer mehr lernen, als in einen Tag mit zwölf Stunden hineinpasst. Ich kann mich an keine Lebensphase erinnern, in der das anders gewesen wäre. Mit den Kindern vorschob sich mancher Bastelfokus zusätzlich, denn wir waren immer gemeinsam kreativ. Mit dem Schritt Demo zu werden, habe ich meinen Fokus bewußt enger geführt aber nie die Sicht aufs Große und Ganze verloren.

Viele meiner künstlerischen Kapriolen und v.a. Übungen schaffen es nie auf meinen Blog, denn hier geht es – das war und wird so bleiben – hauptsächlich um die Stampin‘ Up! Produkte. Stampin‘ Up! ist nun mal weit mehr als ein Hobby für mich.

Wenn mir eins besonders wichtig ist, dann nicht Wasser zu predigen und Wein zu trinken. Was das heißt? Viele Stunden Recherche, Weiterbildung – ja, dafür gebe ich auch Geld aus – und v.a. Üben. All das landet – heute ist mal eine Ausnahme – nie auf meinem Blog, fließt aber in die Beratung meiner Kunden und in meine Kurse ein.

Ich empfehle nicht, was ich nicht ausgiebig getestet habe. Eine der häufigsten Fragen meiner Kunden drehen sich um unsere Stampin‘ Blends und wenn im kommenden Monat zehn neue Naturtöne erscheinen werden, wird das sicher nicht anders werden. Nicht zuletzt deshalb biete ich im Februar einen neuen Colorierkurs an.

Falls Du frühere Blogbeiträge zum Thema Blends schon gelesen hast, dann ist der heutige Artikel möglicherweise nicht ganz so interessant für Dich.

Die am meisten gestellte Frage ist die, ob sich unsere Stampin‘ Blends mit den marktüblichen Alkoholmarkern vergleichen lassen. Klar Antwort: Ja und nein. 🙂

Jede Firma hat eine bestimmte Logik hinter ihren Stiften und Du solltest in erster Linie entscheiden, was Du mit den Stiften machen möchtest, am besten, bevor Du sie Dir kaufst. Danach kannst Du Dich bewußter entscheiden.

Welche Fragen solltest Du Dir stellen?

  1. Wofür möchte ich die Marker nutzen? (Stempelmotive ausmalen, Portraits zeichnen, Mixed Media, Manga…)
  2. Was coloriere ich am liebsten? (Blumen, Blätter, Tiere, Menschen…)
  3. Wie realistisch soll mein coloriertes Motiv aussehen?
  4. Wieviel Geld möchte/kann ich ausgeben?
  5. Wie lange werde ich die Stifte nutzen? (Sei ehrlich zu Dir selbst, geht es ums Ausprobieren oder mehr.)
  6. Wie wichtig ist mir, dass ich die Stifte nachfüllen und Farben einzeln nachkaufen kann?
  7. Wenn Du Karten gestaltest: Wie gut soll mein coloriertes Motiv zum Farbkarton passen?

Je nachdem, wie Du diese Fragen für Dich beantwortest, wirst Du mit der einen oder anderen Marke zufriedener sein. Und sein wir mal ehrlich, man kann auch verschiedene Marken im Schrank haben, wenn sie sich sinnvoll ergänzen.

Auf all diese Fragen gehe ich im Colorierkurs sehr viel intensiver ein und es ist auch ein Zufall, dass ich das Blenden mit alkoholhaltigen Stiften dem Colorieren mit Aquarelltechnik gegenüberstellen werde. So werden die Unterschiede m.E. besonders gut sichtbar.

Um mit einem weit verbreiteten Irrtum aufzuräumen, mit Stampin‘ Blends kann man, wie Du an diesem Beispiel siehst, weit mehr als kleine Stempelmotive ausmalen.

Das Motiv findest Du gratis bei Sandy Allnock, deren Erfahrungen und Kurse ich sehr schätze. Coloriert habe ich es mit Stampin‘ Blends (jeweils hell und dunkel) in den Farben:

  • Fressienlila
  • Brombeermousse
  • Apfelgrün
  • Schwarz
  • und den neuen Naturtönen 700 und 600 (erhältlich ab Februar).

Die einzigen Produkte, die nicht von Stampin‘ Up! sind, waren ein Copic W2 (sehr helles, warmes Grau) und zwei Prismacolor Crayon-Stifte (934 und 1009). Diese Produkte hätte ich auch durch einen Stampin‘ Blend in Granit und unseren Aquarellstift in Himbeere ersetzen können, allerdings passten diese Stifte nicht ganz so gut.

Damit wäre auch schon eine zentrale Frage geklärt, die ich weiter oben gar nicht aufgelistet habe.

Wieviele Stifte brauche ich?

Antwort: Weniger als Du denkst. (Eine große Auswahl zu haben, macht allerdings auch großen Spaß, v.a. wenn Du die Farben geschickt auswählst.)

Du kannst sämtliche Stifte aller Anbieter im Schrank haben, die es gibt. Eine Garantie für gute Colorierergebnisse ist das nicht (eher wohl ein Hinweis, dass die Grundlagen noch nicht verstanden sind).

Was für eine riesige Zahl an Farbtönen Du Dir allein aus den zehn Tönen mischen kannst, verdeutlicht mein Chart. (rechts im Bild) Bei der Buchung meines Colorierkurses erhältst Du es zusammen mit anderen Charts von mir.

Dass Stampin‘ Up! die Blends „nur“ im Doppelpack anbietet, statt in ganzen Farbfamilien, ist meiner Meinung nach gar nicht so schlecht. So lässt sich Stück für Stück eine sinnvolle Kollektion aufbauen. Sinnvoll für Dich und nicht für Jederman. Es gibt nicht die Mischung, die ich allen Kreativen gleichermaßen empfehlen kann. Entscheidend ist immer, was Du mit Deinen Stiften anfangen möchtest.

Um es noch einmal zu wiederholen. Ich bin keine Expertin, sondern berichte von meinen Erfahrungen und auch meinen Fehlern. Was ich in jedem Fall immer empfehlen würde, ist die Investition in ein paar Grautöne. Schiefergrau ist ein eher kaltes Grau und lässt sich prima mit kühlen Farben, wie z.B. bestimmten Blautönen mischen. Granit ist ein eher warmes Grau und deshalb besser zum Mischen mit warmen Farben geeignet.

Du hast alle Grundlagen verstanden und bekommst dennoch keine zufriedenstellenden Ergebnisse?

Zunächst mal: Üben macht die Meisterin, es schimmt ja auch niemand auf Anhieb einen Kilometer weit, wenn er die Schwimmzüge frisch erlernt hat. Ja, es gibt Naturtalente, die das können, aber die sind die absolute Ausnahme.

Diese Karte ist keine große Kunst, aber mir gefällt sie so.

Du übst und übst und nix wird besser? Mach Dich locker und leg die Sachen ein Weilchen beiseite. Stress ist der größte Kreativitätskiller. Oft sieht Dein Kunstwerk mit einem Tag Abstand und aus der Erntfernung betrachtet, schon viel besser aus.

Oder, Moment mal! Könnte es sein, dass Du am Papier gespart hast? Das wäre so, als würdest Du teuren Kavier auf einer Schreibe Graubrot servieren, bei dem die ganze Tüte unter einem Euro gekostet hat.

Nichts gegen günstiges Graubrot. Es gibt Menschen, die mögen genau das und andere, die können sich nur dieses (und manchmal sogar weniger) leisten. Meistens kaufen die aber auch keinen Kaviar…

Obwohl jeder Vergleich hinkt, Du verstehst sicher was ich meine. Ich erlebe es leider nicht selten, dass mir einzelne Kundinnen, v.a. neue, berichten, dass sie sich ihren weißen Farbkarton lieber günstiger besorgen. Mal ehrlich, unsere hochwertigen Farbkartons haben auch vernünftigen weißen Farbkarton verdient. Und eins steht fest, man kann darauf wirklich gut mit Stampin‘ Blends arbeiten. Du solltest diese Investition nicht scheuen, wenn Du schöne Ergebnisse haben möchtest.

Falls Du lieber zu einem anderen Spezialpapier greifen möchtest, weil Du diesem mehr vertraust, probier es aus. Hauptsache Dein Papier ist für Alkoholstifte geeignet. Sonst währt die Freude nicht lange.

Freu Dich, wenn Dir etwas gelungen ist und genieß auch kleine Schritte. Du weißt, der Weg ist das eigentliche Ziel.

Ein entspanntes Wochenende ob mit Stiften oder ohne, wünscht Dir von Herzen

Deine

Dörthe

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Petra
Petra
4 Monate zuvor

Wow, das Bild ist toll coloriert. Ich würde mich freuen, wenn Du im Kurs kurz erklären könntest, wie man da herangeht. Ich habe mir verschiedene Alkoholmarker zugelegt, aber bis jetzt noch nicht viel damit gemacht. Ich freue mich deshalb schon auf Deine Tipps und Tricks.
Eins habe ich schon beim letzten Kurs gelernt, das richtige Papier ist entscheidend. Auf normalen Papier ist das Verblenden der Farben nicht gut möglich und das Ergebnis nicht zufriedenstellend. Außerdem ist wirklich Übung macht den Meister hier Programm, außer man ist ein Naturtalent. Ich bin, glaub ich, keins. Macht aber nichts, ich übe halt weiter…

LG Petra

Dörthe
Antwort an  Petra
4 Monate zuvor

Danke liebe Petra,
ich kann Dich beruhigen, auch ich bin alles Andere als ein Naturtalent. aber mit Übung lässt sich viel erreichen. Wenn wir dann noch unserer Intuition trauen, wird was Gutes draus. Stimmt, Papier ist entscheidend. Ich bin gespannt, wohin mich und Euch diese Colorierübungen noch führen werden.
Viele liebe Grüße
Dörthe