Tanzstunde? Von wegen!

Um es vorweg zu nehmen, meine Einzelstunde mit unserem Tanzlehrer gestern ist nicht ausgefallen. Es war allerdings eher eine Steh- und Gehstunde. Dazu gleich mehr.

Auf meinem Basteltisch sind in letzter Zeit so viele schöne Sachen entstanden, dass ich gar nicht weiß, was ich Euch zuerst zeigen soll.

  • Wie man man den Prägeformen „Feierliches Duo“ einen besonderen Stempeleffekt bekommt (oder hatte ich Euch das schon gezeigt)?
  • Wie man die Hühner aus das „Gelbe vom Ei“ in 3D werkeln kann (mit gestempelter Vorder- und Rückseite, also das Motiv spiegeln)?
  • Wie die neue Tiegenprägeform „Secksecke“ Kupferfolie verzaubert…

Die Qual der Wahl! „The Winner is …“ die Kupferfolie, denn diese Karte passt wohl am besten zum gestrigen und heutigen Tag.

Apropos Wahl und The Winner. Wusstet Ihr, dass eine neu entdeckte Mottenart nach Trump benannt wurde. Okay, der Biologe hat Humor bewiesen, denn die Motte kommt nicht nur in Kalifornien, sondern auch in Mexiko vor. Ein Grenzgänger oder besser -flieger also, im wahrsten Sinne des Wortes.

Ob Vazrick Nazari damit ein politisches Statement abgeben und Herr Trump zu mehr Weitsicht auffordern wollte? Wir werden es vermutlich nie erfahren, warum die arme Motte mit diesem Namen bestraft wurde. Böse Zungen behaupten ja, es läge an einer anatomischen Besonderheit, aber dann müsste der Biologe Zugang zu den angeblich existierenden kompromitierenden Fotos des US Präsidenten gehabt haben, und daran glaube ich nun wirklich nicht.

Zurück zur Kupferfolie. Ist die geprägt nicht der Hammer! Ich hätte sie am liebsten auf allen Karten verarbeitet, die in den letzten Tagen entstanden sind. Aber das wäre irgendwann mal ein wenig öde geworden.

Apropos öde, ich weiß ich schweife ab, aber wie soll ich sonst erklären, was es mit der Steh- und Gehstunde gestern auf sich hatte. Eigentlich wollte ich ja mit Rüdiger tanzen, …

… aber dann kam es anders. Ankommen, aufwärmen und ein paar Übungen zur Koordination. Soweit erwartet – aber siehe USA, manchmal kommt es anders, nur, dass nach mir keine Motten benannt werden werden.

Frei nach dem Motto „Mach Dörthe great!“ (also nicht again, sondern überhaupt erst einmal), kam Rüdiger auf die Idee, mich an der Wand kerzengerade auszurichten:

„Fersen an die Wand, Hintern an die Wand (-na, das ist ja leicht-), Lendenwirbelsäule an die Wand (-wie jetzt?!-) … Schultern, Hinterkopf.“, Ihr wisst schon. „Kinn nach oben. Etwas mehr Arroganz in die Körperhaltung bitte und jetzt … loslaufen.“

Also bin ich gelaufen und gelaufen. Dabei wollte ich mich nicht für Germanys Next Topmodel bewerben, sondern nur meine Tanzhaltung verbessern.

Nach einigem Ausrichten, Laufen, wieder Ausrichten, war mir klar: „Das Leben ist vielleicht keine Party.“ Und wo zum Geier blieb der zweite Teil des Spruches!

Sogar Tanzlehrer haben manchmal Erbarmen: Wenn wir schon mal da sind, dachte sich Rüdiger nach einer Weile, können wir ja ein paar Promenaden tanzen. Was er so Promenade nannte!

Rumba ist ja nun wirklich ein schöner Tanz, bei dem man sich ganz hingeben kann und nicht so schnell ins Schwitzen gerät. Gestern war das anders…

… und ich kann Euch sagen, ich spüre es heute noch. Lieber drei Doppelstunden Aroha als eine Stunde mit Rüdiger! Muskelkater, Gelenkschmerzen, aber ich habe vermutlich mein Lungenvolumen verdoppelt und meine Hüfte gelockert (Tanzen ist als Geburtsvorbereitung sehr zu empfehlen, wegen der Hüfte meine ich und auch ein bissel mehr Puste kann ja nicht schaden).

„Füße auswärts drehen. Da geht noch mehr!“ Letzteren Satz habe ich gestern so oft gehört, dass sich meine schmerzenden Fußgelenke der komischen Fußhaltung irgendwann hingaben. Klar, sieht g___ aus und fühlt sich auch irgendwie nach Tanzen an, aber das ist nix mehr, wenn man erst Mitte Vierzig damit beginnt.

„Wie stehen Balletttänzer?!“ „Ähm, Rüdiger, Du verwechselst da etwas!“ (Ich wollte meinen Körper schließlich nicht deformieren, sondern ihn einfach nur gut aussehen lassen. Am besten ohne Schmerzen. Und überhaupt war die Idee mit der Rumba nicht meine …)

Nun, der Flauschsupport und die Jungs haben sich abends fast ausgeschüttet. Was die drei in München beim Konzert „getanzt“ haben, verursacht höchstens vorübergehende Kopfschmerzen (vom Headbangen), leichten Tinitus (von der Lautstärke) und breites Grinsen. Außerdem schienen die drei so vollgepumpt mit Endorphinen und anderen Glückshormonen, dass Schmerzempfindungen ohnehin ausgeschaltet waren.

Ich dagegen sitze hier, mir schmerzen beim Tippen die Schultern, es brummt in den Knöcheln und brennt in der schrägen Bauchmuskulatur. Was soll das heute beim Diskofox Spezialkurs werden? Ob ich doch einen Vertrag im Fitnessclub brauche…? Oder eine Flatrate bei Rüdiger, frei nach dem Motto „nach jeder Stunde etwas weniger Schmerz“? …

Ich könnte in der Küche üben, dann hätte die Familie wenigstens was zu lachen. Aber wie bringen wir dort noch einen XXL-Spiegel unter?

Heureka, ich hab es. Wir bauen an. Ein Stempelhaus im Garten wollte ich für meine Kreativkurse doch schon lange. Warum nicht eine zweite Etage draufsetzen mit königlichem Spiegelsaal, Parkett …

Taschenrechner raus und kalkuliert … Ich habe also die Wahl zwischen einem eigenen Stempeltempel mit Tanzsaal oder 670 Einzelstunden (mit dem Flauschsupport oder ohne).

Moment, ich glaube, das war die Variante ohne Toiletten, Miniküche und Fußbodenheizung. Ahh, jetzt sind wir schon bei 1.200 Tanzstunden. Wenn ich einmal pro Woche … tipp, tipp … reicht das für die nächsten 23 Jahre.

Mich bechleicht der Verdacht, dass ich das Ganze noch mal gründlich durchdenken sollte. Alles versteht sich, sorry Rüdiger!

Und bevor ich es vergesse, das Designerpapier auf meiner Karte findet Ihr im Paket „Zum Verlieben“, den Spruch im Stempelset „Mit Stil“.

Ihr wisst ja, immer schön stilvoll das Krönchen gerade rücken, Brust raus, Kinn hoch … Aha, also doch zu was zu gebrauchen, die Schinderrei…

Einen schönen Sonntag wünscht Euch

Dörthe

Der neue Boom

Sukkulenten liegen voll im Trend. Manchmal frage ich mich, woher solche Modeerscheinungen plötzlich kommen. Letztes Jahre Flamingos, jetzt Fettpflanzen?!

Das Ganze muss jemand wie ich eingerührt haben, denn für mich sind Sukkulenten wohl die besten Zimmerpflanzen überhaupt. Man muss sie nämlich nicht so häufig gießen. Trotzdem bilden sie ein saftiges Fruchtfleisch oder sie tun es gerade deshalb (bei mir notgedrungen), indem sie Flüssigkeit im Inneren speichern. Kakteen gehören schließlich auch zu den Sukkulenten.

Wie dem auch sei, am liebsten sind mir Sukkulenten, die gar nicht gegossen werden müssen, so wie diese.

Nicht, dass Ihr jetzt glaubt, ich mag Pflanzen nicht. Ganz im Gegenteil. Ich bin ein recht naturverbundener Mensch, deshalb habe ich Orchideen auch lieber auf der Wiese als in einem Topf auf dem Fensterbrett. Leider sind diese Pflanzen offenkundig ein Symbol für Luxus, denn ich bekomme seit Jahren Orchideen in allen erdenklichen Farben von meinen Schwiegereltern. *aarg*

Ich bin sozusagen von Sukkulenten umzingelt, die bei mir kein einfaches Leben haben. Ob es an der Farbpalette der mitgeschenkten Übertöpfe liegt, wer weiß. Meine Orchideen entzücken mich weniger als die Varianten aus Papier. Deshalb vergesse ich elementare Orchideen-Regeln wie “ nicht totgießen“, „Temperaturen auf der Fensterbank beachten“.

Bei mir ist das wie im April. Mal regnet es, mal nicht. Wann genau, weiß keiner, ich erst recht nicht. Für alle Orchideenliebhaber unter Euch, ich gelobe schon mal Besserung. (Also, wenn Du neben der Freude am Stempeln auch noch den grünen Daumen hast, wärst Du eine tolle Bereicherung für mein Team.)

Wie unkompliziert so eine gestempelte Sukkulente dagegen ist. Sie beschwert sich nicht, egal wohin man sie klebt. Sogar durch die Big Shot lässt sie sich quetschen …

Diese Karte habe ich vor ein paar Tagen einem lieben Menschen geschenkt, der gerade ein wenig an sich zu zweifeln schien. Und damit die Karte auch unmissverständlich ist (und nicht mit dem Versuch einer Romanze verwechselt werden kann), war die Innenseite so gestaltet:

„Nach dem Regen kommt der Sonnenschein“, was für ein schöner Spruch, um jemanden aufzumuntern. (Für meine Orchideen müsste der Spruch wohl anders herum lauten…)

Innen hatte ich ein paar nette Worte aufgeschrieben, wenige, denn manchmal ist weniger eben mehr. Außerdem wirkt die Karte also solche ja auch und dem Spruch auf der Vorderseite war gar nicht mehr so viel hinzu zu fügen.

Die Karte kam gut an, was mich wirklich gefreut hat. Herrlich, wenn man dabei ist, wenn der/die Beschenkte die Karte aus dem Umschlag zieht. Das ist ein wirklich schöner Moment.

Mich umgeben viele Menschen, die mich glücklich machen, jeder auf eine ganz besondere Weise.

Heute allerdings ist es ziemlich ruhig im Flauschhaus. Der Flauschsupport war gestern mit den großen Jungs in München zum Konzert und die drei kommen erst gegen Abend wieder. In München hat keine Philharmonie gespielt, wie Ihr Euch sicher denken könnt. Die hätten wir ja schließlich auch in Jena zu bieten.

Töchterchen ist vertieft in die Welt ihrer Hörspiele und war nur zum Frühstück kurz an meiner Seite. So ist es himmlich ruhig im Haus. Draußen der Schnee und blauer Himmel. Beim Öffnen der Fenster dampft die Luft an den Außenwänden. Traumhaft!

Doch die Ruhe trügt: Ist der Flauschsupport aus dem Haus, tanzen nämlich die Mäuse! Eine jedenfalls, nämlich ich.

Heute Nachmittag hab ich eine Einzelstunde bei unserem Tanzlehrer genommen, nachdem die letzte so viel Spaß gemacht hat. Schleudermaus wird nicht getanzt. Wir wollen an etwas Anderem arbeiten.

Was, das verrate ich Euch morgen.

Bis dahin. Seid glücklich und genießt das Leben!

Eure

Dörthe

PS: Die Sprüche sind aus den Stempelsets „Reihenweise Grüße“ und „Donnerwetter“. Das Designerpapier heißt „Sukkulentengarten“ (Produktreihe S. 20/21. Frühjahrskatalog).

Quietschbunte Monster

… oder auch Babykarten zur Geburt.

Erst heute fragte mich eine liebe Bekannte, ob ich denn Babykarten auf Lager habe, die sie im Bedarfsfall schnell bei mir erwerben könne. Da musste ich einen Moment lang überlegen, wie viele ich denn etwa haben. Und auf meine Frage, ob sie eher für Mädchen, Jungen oder neutral gehalten sein sollten (grün oder gelb z.B.) sagte sie: „Das weiß ich ja eben noch nicht!“

Ich konnte sie beruhigen, einige Karten habe ich immer im Haus und für eine einzelne Karte sind meine Lieferzeiten sehr komfortabel, möchte ich jedenfalls behaupten. Meistens klappt es mit heute bestellt, morgen geliefert (wenn nicht gerade ein Wochenende dazwischen ist).

Bei größeren Stückzahlen wie z.B. für Hochzeiten o.ä. sieht es schon anders aus. Eine besondere Anfrage heute bezog sich auf 2.500 Karten in A7, da musste ich allerdings komplett passen. *schmunzel*

Zurück zu den quietschbunten Monstern, mit denen natürlich nicht die Babys als solche gemeint sind. Vielmehr hatte ich nach der Babykarten-Anfrage natürlich sofort meine Bestände durchforstet und fein säuberlich drei Stapel gebildet (Junge, Mädchen, genderneutral).

Darunter war auch diese monstermäßige Karte, die – zugegeben – nur etwas für Eltern mit Humor ist.

Meinem Monster hab ich nur farbige Hörner verpasst und eine bunte Girlande in die Hand gedrückt. Die ist mit dem Sale-A-Bration Set  „Aus freudigem Anlass“ gestempelt. Insofern trifft quietschbunt es vielleicht nicht ganz so.

Allerdings geistern von den „Yummy in My Tummy“ Kerlchen, so heißt das neue Stempelset von Stampin‘ Up!, einige ziemlich bunte Kerlchen und Mädels durchs Netz. Sie kommen mir vor wie eine Mischung aus James P. Sullivan und Mandy Sparkledust vor. Letztere ist vielleicht weniger bekannt als der sympathische Erschrecker vom Dienst aus der Monster AG, aber es gibt sie wirklich – bei den Trolls.

Was man nicht alles lernt, wenn man eine Tochter im Grundschulalter hat. Eine grüne Nase ist in diesem Alter voll cool, jedenfalls bei Kinoheldinnen. Noch nie habe ich mich so sehr auf Fasching gefreut. Gelbe Strumpfhose, Nase grün, dazu die Haare rot färben, ein „Kuschelalarm-Freundschaftsband“ ums Handgelenk, fertig ist die Mandy. Doch woher nehme ich den Glitzerstaub?

Stampin‘ Up! könnte bei den Mengen, die die Trolls so verstreuen, ein teurer Spaß werden. Also doch lieber ein Piratenkostüm…

Hatte ich schon mal erwähnt, dass unser Ältester einst als Qualle zum Fasching wollte. Ideen kommen einem da, Ideen …

Also, meine Monster sind allesamt recht Yetifarben geblieben, also hauptsächlich weiß mit ein paar farbigen Tupfern. Zu viel ist einfach zu viel.

Wie gut übrigens, dass mich eben beim Tippen der Verdacht beschlich es könne „Yeti“ statt „Jeti“ heißen (sah doch gleich so komisch aus). Mein Vergleich wäre sonst fast nach hinten los gegangen. *arg*

So bleibt es dabei, süß aber nicht rosa sind meine Monster. Ich werde Euch noch das eine oder andere Projekt mit den niedlichen Kreaturen zeigen.

Für heute aber genug. Nachschub für den Aquarellclub ist eingetroffen. Die nächsten Pakete sollen morgen auf den Weg gehen. Da ist noch ein wenig zu tun.

Eure

Dörthe