Acryl zum Zweiten …

… oder „Schönschrift“ trifft „Gallery Grunge“. Oder zum Dritten, denn genau genommen habe ich heute zwei Karten für Euch.

Diese hier ist mit der Faux Embossing Technik und Brusho gewerkelt.

Meinen Spruch habe ich passend zum Stanzteil gekürzt. Aus „Alles Gute“ wurde so dank der Thinlits „Wunderbar“ der Gruß „Gute Wünsche“.

Das waren jede Menge Anführungszeichen, die nur noch von den Schichten klaren Embossingpulvers übertroffen werden, die für diese Technik notwendig sind.

Kurz beschrieben: Versamark – Pulver – Fönen, Versamark – Pulver – Fönen, Versamark – Pulver – Fönen, Versamark – Pulver – Fönen, Versa…

Insgesamt mindestens acht Schichten!

Nur dann beginnt sich die Farbe nach dem Aufstreuen mit der geschmolzenen Pulverschicht zu verbinden. Mit Brusho wird es körnig …

… mit Tinte glatter und v.a. viel leuchtender.

Mit dem Embossingfön könnt Ihr die Farbe ein wenig hin und her pusten, um die Textur zu erzielen, die Euch zusagt.

Glaubt mir, in natura sieht das Ganze fast nicht mehr wie Papier aus.

Damit der Farbkarton so viele „Lack“schichten aushalten kann ohne Aufzuweichen, habe ich vier Lagen extrastarkes Flüsterweiß aufeinander geklebt.

Dafür braucht man ein wenig mehr Zeit aber das Ergebnis kanns ich durchaus sehen lassen.

Aus dieser Persepktive erkennt man die Blasen links neben dem „D“ recht gut. Sie entstehen wenn sich das geschmolzene Embossingpulver abkühlt und erinnern an die Oberfläche einer Orange (oder meiner … Ne, diesen Vergleich lasse ich besser.)

Heute war ich zum Gesundheitstag und hab mich von oben bis unten ausmessen lassen: Körperzusammensetzungsanalyse (dieses Wortungetüm gibt es tatsächlich und die Messungen auch), MFT-S3-Balance-Test, Stresspilot, Fußanalyse. „Nur Kräuter & Co auch im Büro“ fiel (nicht nur reimtechnisch aus dem Rahmen).

Nebenbei konnte ich ein Vibrationstraining ausprobieren- für die Oberschenkel und Rückenmuskulatur, wohl bemerkt und mit der „Sofort Muskelkater Garantie“. Dagegen habe ich die Station mit der Körperzusammensetzungsanalyse liebevoll „Nichts als die Wahrheit“ getauft.

Ungeschminkt wurde so beispielsweise ermittelt, dass ich für mein Idealgewicht 1,9 Kg zunehmen muss, dafür aber 5 kg Fettmasse abbauen und 7,7, kg Muskelmasse aufbauen. Okay, Mathe war noch nie meine Stärke.

Beim Balance Test schnitt ich überdurchschnittlich gut ab (bei all den Tanz- und Kaha-Einheiten sollte das auch so sein), beim Smoothie-Bike bin ich – dem Himmel sei dank – ums Strampeln herumgekommen.

Der Herr vor mir hatte so ambitioniert in die Pedale getreten, dass die Menge an erstrampeltem Smoothie aus Gurke, Kiwi und Banane gleich noch für mich reichte. „Na, dann machen wir mal eine Ausnahme!“, befand streng die Dame am Smoothie-Bike-Stand. Den betreute sie übrigens allein.

An anderen Ständen blieb mir das „Dann wollen wir doch mal sehen …“ erspart. Muntere wurde geduzt – überall dort, wo die Fitnessindustrie einen Stand hatte – und gesiezt dort, wo die Krankenkassen standen.

Noch nie habe ich mich in so kürzer Zeit verjüngt bzw. bin gealtert. Und überall musste ich mein Alter angeben. Beim Vibrationstraining sogar mein Geburtsdatum, damit man – so die junge Fitnessfachfrau – ausschließen könne, dass ich mich noch in der Pubertät befinde. *aha* Schön, dass man mir mein Alter noch nicht ansieht.

Kein Wunder also, dass ich einen Bogen um die Stände „Typberatung: Wohl-Fühl-Style, Charisma“ – das wurde tatsächlich so geschrieben – und „Kosmetikberatung: Schönheit und Wohlbefinden“ machen konnte.

Nun habe ich einen ganzen Stapel A4 Blätter mit den verschiedensten Kurven daheim liegen und scheiterte schon daran, ob ich zum Nachtisch noch einen Jogurt essen sollte oder besser nicht. Aber da ich ja zunehmen soll…

Wie gut, dass bald Teamtreffen ist. Ich schätze, da wird es jede Menge Köstlichkeiten geben. „Aber Ihr Lieben, falls Ihr das lest. Denkt dran, erst müssen 5 kg Fett runter bevor wieder 7,7 kg Muskeln drauf sollen.“

Hatte ich eigentlich schön erwähnt, dass sich der Bereich der gewünschten Transformation nicht gleichmäßig über meinen durchaus als fit und gesund eingeschätztem Körper verteilt?

Wie sollte es auch anders sein, der Feinkostspeicher soll schrumpfen. Aber zunehmen soll ich!? „Gebt es doch zu. Ihr wolltet nur, dass ich einen Jahresvertrag unterschreibe.“

Apropos, schreiben. Ich schreibe gerade viel zu viel. Wahrscheinlich ist die Hälfte meiner Leserschaft schon bei der Hälfte ausgestiegen.

Falls Du nicht zu dieser Gruppe gehören solltest:

„Gratulation! Du hast nicht nur den Stresstest à la Stempelflausch bestanden, sondern Dir gleich noch bewiesen, dass Du `ne Menge Durchhaltevermögen hast.

Von dem Geld, das Du nun nicht für einen Fitness-Studio-Vertrag ausgeben musst, kaufst Du Dir jetzt einen Embossingfön und Versamark und tust was für Deine Kreativität. Denn eine Segmentale Fettanalyse ist einfach nicht alles was zählt.“

Einen schönen Abend!

Deine

Dörthe

  2 comments for “Acryl zum Zweiten …

  1. Sabine Müller
    13. September 2018 at 10:15

    Verrückt. Du schlanke Frau sollst irgendwo wohlgemerkt 5,5 kg zuviel Fett irgendwo versteckt haben. Dann werde ich wohl weiterhin einen riesigen Bogen um diverse solcher Stände machen.
    By the way: Embossing und Pulver und Stempel helfen ja auch. Wann immer man bastelt,hat man keine Zeit zum Naschen ;).

    • Dörthe
      13. September 2018 at 10:54

      Das ist die beste Kausalkette ever. Wer Bastelt hat keine Zeit zum Naschen.
      Ich lach mich schlapp. Das werde gnadenlos als Abnehmprogramm vermarkten. Danke Bine.
      LG
      Dörthe

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